Almyra Weigel 

 

 

 Objekte Installationen Objects Installations

 


 



 

Aktuelle Ausstellungen und Projekte

23.11.2018 - 20.01.2019

 

"So schnell wie noch nie", Einzelausstellung, Galerie "Meno parkas", Düsseldorf

03.12.2018 - 10.12.2018, außer 08.12.2018

 

"Blick ins Atelier", 11:00-17:30 Uhr, Schönstedtstr. 13 (2. HH, 3. OG), Berlin-Neukölln

08.12.2018 

 

Leitung des Workshop "Marmorieren mit Rasierschaum", Kursnummer: Nk-N132c, Volkshochschule Berlin-Neukölln

25.01.2019 - 27.01.2019

 

Leitung des Workshop "(Un)tragbare Mode aus Druck- und Zeitungspapier", Kursnummer: Nk-N130a, Volkshochschule Berlin-Neukölln

24.05.2019 - 26.05.2019

 

Leitung des Workshop "(Un)tragbare Mode - Objekte aus Druck- und Zeitungspapier", Textile Kultur Haslach, Österreich



Ausstellung "So schnell wie noch nie"

in der Galerie "Meno parkas" in Düsseldorf

 

 

Am 23. November wird ab 19 Uhr die Ausstellung "So schnell wie noch nie" von Almyra Weigel in der Galerie "Meno parkas" in Düsseldorf (Dorotheenstraße 22) präsentiert.

 

In der heutigen digitalen Zeit, in der sich Nachrichten rasant elektronisch verbreiten, wirkt das Medium Zeitung antiquiert - ein Relikt aus einer Zeit, in der man die breite Masse nur auf diesem Weg global erreichen konnte.

Die in Berlin lebende Künstlerin Almyra Weigel verwendet Zeitung ganz bewusst als Grundmaterial für Kunstobjekte und Rauminstallationen, verfremdet ihre Form und Funktion und verarbeitet deren Papier weiter zu Garn oder langen Stoffbahnen. Dabei reflektiert sie in ihrem Werk das kritische und meinungsbildende Potential des Mediums sowie die große Tradition textiler Handarbeit aus ihrer Heimat Litauen. Hierbei geht es Almyra Weigel nicht allein um die manuelle Arbeit, sondern vielmehr um Formfindungsprozesse, die sich aus dem Textilhandwerk ableiten wie das Weben, Spinnen oder Flechten.

Das Prozessuale setzt sie mit dem Vorgang des Denkens gleich, das aus Vorstellungen, Erinnerungen und Begriffen ein neues Bewusstsein formt, welches sich zugleich seinerseits immer wieder anders akzentuiert und präsentiert. Die Zeitung dient somit symbolisch und materiell als ein wesentliches künstlerisches und kommunikatives Mittel. Hierbei verwandelt die Künstlerin den Bild- und Schriftfluss des Ausgangsmaterials zu einem antinarrativen Geflecht globaler Informationen, zu einem abstrakten, skulpturalen (Welt-) Körper, reduziert es zu einer rein farbigen, malerischen Oberfläche. Im Zeitalter der steten technologisch-wirtschaftlichen Beschleunigung erschafft Almyra Weigel mit ihrer minimalistischen Bildsprache eine Ästhetik der Langsamkeit, greifbar, nah und doch unentzifferbar. Fasziniert von der Geschwindigkeit der heutigen Informationsflut sucht sie nach Möglichkeiten der Entschleunigung und Räumen der Selbstfindung.

Sabina Mlodzianowski



 

"Nachrichten aus zweiter Hand"

 Nominiert für den "Neuköllner Kunstpreis 2018"

 



 

 

 



 

 SOTUS - Installation und Tanzperformance

Aus Anlass der Eröffnung der 48 Stunden Neukölln


 

    

                                       

Almyra Weigel verwandelt den Kreativraum des Körnerparks mit ihrer Installation SOTUS in eine aus Zeitungen geformte Grotte, die an die Gestaltung barocker Gärten erinnert. Zugleich wird neben der „historisierend-verfremdeten“ Kulisse auch ein Blick auf die heutige Überflutung mit Nachrichten aller Art geworfen. Inhalt und Format werden hier stark kontrastiert: heitere Formen, kritische Inhalte, kontemplativer Raumeindruck, Überfülle an Informationen. Die litauische Tanzkompagnie AURA wird in von Almyra Weigel gestalteten Kostümen auftreten, die ebenfalls aus Zeitungspapier bestehen. Im Rahmen der Festivaleröffnung interpretieren vierzehn Tänzer*innen von AURA die architektonischen Achsen und Plätze des Parks.  

(48 Stunden Neukölln)

 



   

  

Zum 100. Jubiläum des neobarocken Körnerparks inszeniert die Künstlerin Almyra Weigel zusammen mit dem Tanztheater AURA exklusiv für das Festival 48 Stunden Neukölln ein opulentes Schauspiel der besonderen Art. In riesigen Stoffbahnen hängen bedruckte Zeitungen von der Decke, ballen sich zu einer festen Masse, verwandeln den Raum der Orangerie in eine temporäre Felsengrotte. Der Besucher ist nicht nur eingeladen, dieses Gebilde mit seinen Blicken zu erkunden und zu entziffern, sondern ebenfalls im Garten den grazilen Bewegungen der TänzerInnen zu folgen. In papierenden Reifkleidern lustwandeln sie durch den Park und lassen so die Sinnlichkeit des Barocks wiederauferleben.

Der Titel SOTUS ist eine direkte Übersetzung des diesjährigen Festivalmottos "satt" ins Litauische. Er bezieht sich auf die heutige Informationsflut analoger und digitaler Medien, die eine permanente "Übersättigung" und damit auch Überforderung für den Leser bedeuten. Allein die schiere Menge an Papier, die Almyra Weigel hier zu einer kunstvollen neuen Natur formt, macht diesen Aspekt unmittelbar haptisch erfahrbar. Der Barock scheint für diesen Bezug ideal, galt er doch seinen ersten Kritikern als zu "überladen", bevor er sich überhaupt als neutraler Epochenbegriff in der europäischen Kulturgeschichte etablieren konnte. Darüber hinaus gilt der Barock als ein Zeitalter der Gelehrsamkeit, das zahlreiche heutige Wissenstechniken in ihrem Kern mitbegründet hat.

SOTUS steht damit für eine körperlich sinnliche Erfahrungswelt, die den barocken Überfluss in eine starke Beziehung mit unseren heutigen Medien setzt. Der Traum von einer beseelten Natur, wie er u.a. in dem Motiv einer künstlichen Felsengrotte zum Ausdruck kommt, wird hier mit dem Formenspiel des Zeitungspapiers eindrucksvoll kontrastiert. Mal luftig wie die Wolken, mal fest wie Stein, fordert es unsere Fantasie und Lust heraus, aber auch die Kritik an der Überfülle heutiger Informationen. 

Sabina Mlodzianowski / Jens Meinrenken

 



 

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